Google vs. Ponanini

Was Google nicht versteht, wird präventiv gesperrt? Oder warum Google mindestens einen Kongolesen einstellen sollte …

Nachdem wir über Google AdWords mit einer kleinen InStream Kampagne auf YouTube (Google Tochter) für das “Ponanini” Musikvideo von Niasony Okomo werben wollten, wurde unser Google AdWord Konto nach zwei Tagen ohne Angabe konkreter Gründe gesperrt:

“Sehr geehrte AdWords-Kundin, sehr geehrter AdWords-Kunde,

wir haben bei Ihrem Google AdWords-Konto gravierende Verstöße gegen unsere Nutzungsbedingungen bzw. unsere Werberichtlinien festgestellt. […]”

Auf Nachfrage beim deutschen Google Support kam dann heraus, dass die Google-Kollegen den Liedtext auf Lingala (allg. Sprache im Kongo) nicht verstehen und deshalb nicht beurteilen können, ob es ein sexueller oder politisch brisanter (aufhetzender) Text ist.

Nun, den Songtext haben wir in Lingala und Deutsch zur Unbedenklichkeitsprüfung an Google gesendet und folgende kritische Anmerkung dazu gelegt: “[…]

1. Steht unter dem Video – für alle Nicht-Kongolesen und die, die kein Lingala sprechen – ein Abstract (länger als der Originaltext), das beschreibt, worum es in dem Song geht. Ich zitiere: “… Ponanini tells the very personal story about feeling like an African Alien in the “civilized world”. … And it’s about the fear of becoming crazy at the end.”

2. Gibt es ca. 80 Millionen Lingala sprechende Kongolesen allein in der Republik Kongo und der Demokratischen Republik Kongo – also ungefähr so viele wie in Deutschland lebende, Deutsch sprechende Bürger. … Da könnte man als Kunde eines der bedeutendsten global agierenden Weltkonzerne wie Google doch erwarten, dass dieser intrinsisch motiviert ist, irgendwie Zugriff auf einen Kongolesen zu haben, der des Lingalas mächtig ist.

3. Kann ich schwer nachvollziehen, warum unser Konto aufgrund eines sehr vagen VerdachtsUnkenntnis der Sprache(!) und NICHT – nach Ihrer eigenen Aussage – einer fragwürdigen visuellen Darstellung, direkt so rigide gesperrt wurde. … Das ist keine gute Customer Experience – im Gegenteil.”

Wir warten gespannt auf die Antwort von Google. 😉

 

PS: Inzwischen wurde der Inhalt des Ponanini Videos von Google als unbedenklich eingestuft und wir dürfen auch weiterhin auf YouTube “senden”. Und weitere gute Nachrichten: Unsere Beschwerde hat intern Wellen geschlagen und Niasony hat mit ihrer Beschwerde so etwas wie Berühmtheit bei Google erlangt. Jetzt hat Google ihr versichert, dass zukünftig besser auf einen MAngel and Sprach- und Kulturverständnis geachtet wird. Ein kleiner Erfolg in unserem Kampf gegen Diskriminierung und Missachtung unserer afrikanischen Brüder und Schwestern. A Luta Continua!

 

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über

"AFRO represents my roots and PLASTIQUE the poverty I'll never forget - my first pair of sandals was plastic." Niasony says, who came from Congo to Gemany at the age of 13. With an under the skin getting voice the new Congolese Diva sings about her soul, which is torn between Africa and Europe. Her music represents an melange of urban Afrobeats, traditional Soukous and driving Reggae.


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